Was sind Polyphenole?
Pflanzliche Schutzstoffe, mit denen sich der Olivenbaum gegen Hitze und Sauerstoff wehrt. In nativem Olivenöl extra wurden bisher über 30 verschiedene gefunden. Sie sorgen für den leicht bitteren, pfeffrigen Abgang eines guten Öls. Eine frühe Ernte liefert besonders viele davon. In raffiniertem Olivenöl sind sie weitgehend verloren.
«Mit Olivenöl extra kann man nicht braten.»
Doch. In einer Studie von 2018 wurden zehn gängige Speiseöle über Stunden erhitzt. Natives Olivenöl extra blieb am stabilsten und bildete am wenigsten schädliche Abbaustoffe – Raps-, Traubenkern- oder Sonnenblumenöl schnitten schlechter ab. Der Grund sind seine Antioxidantien und der hohe Anteil einfach ungesättigter Fettsäuren.
Quelle: De Alzaa, Guillaume & Ravetti, Acta Scientific Nutritional Health, 2018 – Studie lesen (PDF)
«Der Rauchpunkt ist zu tief.»
Natives Olivenöl extra raucht erst bei etwa 190 bis 210 °C. Beim Braten in der Pfanne liegt die Temperatur meist bei 160 bis 180 °C. Zudem zeigt die Studie oben: Der Rauchpunkt sagt wenig darüber aus, wie stabil ein Öl beim Erhitzen wirklich ist. Wir empfehlen, mit Olivenöl bei mittlerer Hitze zu braten.
«Je grüner, desto besser.»
Die Farbe sagt kaum etwas über die Qualität. Sie hängt von Sorte und Reife der Oliven ab. Profis verkosten Olivenöl deshalb aus dunkelblauen Gläsern, damit die Farbe ihr Urteil nicht beeinflusst.
«Ein gutes Olivenöl schmeckt mild.»
Nicht unbedingt. Eine feine Bitterkeit und ein leichtes Kratzen im Hals kommen von den Polyphenolen und gelten bei der offiziellen Verkostung als Qualitätsmerkmale. Gerade früh geerntetes Öl wie unseres schmeckt oft fruchtig und pikant. Fehlerhaft ist ein Öl dagegen, wenn es ranzig oder muffig riecht.
«Olivenöl hält ewig.»
Olivenöl ist ein Frischprodukt und am besten in den ersten 12 bis 18 Monaten nach der Ernte. Bewahren Sie es dunkel, kühl und gut verschlossen auf. In den Kühlschrank muss es nicht – dort wird es trüb, was aber harmlos ist.